Juli / August 2020

    Gedanken, Anmerkungen, Beobachtungen - Editorial

    5. September 2020

    Die Sommerpause geht zu Ende. Normalerweise macht sich ein Land dann mit neuen Kräften ans Werk. Die Menschen finden ihre angestammten Aufgaben und Plätze wieder. Wo es die eine oder andere Veränderung gibt, geht man das Neue mit Zuversicht an. Doch das ist nicht die Stimmung im Lande. Die Grundsicherheiten, die das Tun der Bürger bisher noch getragen haben, sind erschüttert. Das Gefühl, dass alles „auf einem guten Weg“ ist, ist fast gänzlich verschwunden. Wirtschaft, Bildung, Verkehr, öffentliches Leben – alles steht unter Vorbehalt. Ein Gefühl der Aussichtslosigkeit macht sich breit.
    Das hängt nicht nur mit „Corona“ zusammen, sondern auch mit anderen „Großthemen“, die das Regieren in Deutschland bestimmen. Dabei ist es nicht so, dass wirklich ein großes Unglück über das Land hereingebrochen ist - ein wirkliches Massensterben durch eine tödliche Krankheit, eine wirkliche planetare Überhitzung, eine Atom-Katastrophe oder ein Krieg zwischen den Großmächten. Vielmehr gibt es begrenzte Probleme, die von der Politik ohne Not ins Grundsätzliche gewendet werden und dadurch zu unendlichen, im Grunde aussichtslosen Baustellen werden. Die Deutschen, die lange Zeit auf die (relative) Solidität ihres Landes vertrauen konnten, müssen feststellen, dass die Entscheidungen der Regierenden nicht zu greifbaren Resultaten zu führen.
    Die beiden Texte, die sich in dieser Mai-Juni-Ausgabe von „Mein Monat“ finden, setzen sich mit der Maßlosigkeit auseinander, die die Regierenden dazu führt, immer wieder neue „größte Krisen“ und zugleich immer wieder neue „größte Lösungen“ auszurufen. Der zweite Text versucht darüber hinaus, für unser Land ein bescheideneres Maß des Veränderbaren zu finden, das die begrenzten Möglichkeiten der kommenden Jahrzehnte berücksichtigt.       

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    Kein großer Ausweg in Sicht

    Aus der „großen Transformation" der Welt ist das angstvolle Zählen täglicher Corona-Infektionen geworden. Deutschland steckt in einer Sackgasse.   

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    Das Maß des Veränderbaren

    Es genügt nicht, die Maßlosigkeit von „Weltkrisen“ und „Weltrettungen“ anzuprangern. Es gibt eine weitere Aufgabe der Aufklärung: Wir müssen begreifen, dass in der gegenwärtigen Periode der Neuzeit große Innovationssprünge nicht zu erwarten sind.  

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